Abschlussbericht

 

Berichtstyp:

Abschlussbericht

Projekt:

Electronic Commerce im Umfeld KMUs - Studie und Architekturbeschrieb

Projekt-Nr.:

-

Studenten:

Bouwens Robert, Steigring 7, 5313 Klingnau

Robert.Bouwens@tiscalinet.ch

Frei Christian, Egg 1, 5444 Künten

Christian.Frei@bluewin.ch

 

 

Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Referenzierte Dokumente
Zusammenfassung
Synopsis
Management Summary
Executive Summary
Einführung
Electronic Commerce
Internet-Nutzung für die Unternehmung
Informatikunterstützung der Wertketten
Recht
Projektplan
Ergebnisse des Projektes
Vorgehensmodell zur Einführung der Intranet-/Internet- Nutzung in der Unternehmung
    Phase Vor-Analyse
    Phase Konzept
    Phase Realisierung
    Phase Einführung und Betrieb
Architekturmodell zur Unterstützung der Prozesskette Beschaffung
    Phase Vor-Analyse
    Phase Konzept
    Phase Realisierung
Diskussion der Resultate
    Projektinitialisierung
    Planung und Entwicklung des Projektes
    Fachliche und praktische Erfahrungen
Innovativer Beitrag
Schlussfolgerung
Kontakte mit Experten
Spezieller Dank
Glossar
Anhang

Einleitung

Zum Abschluss des Projekts werden in diesem Dokument die relevanten Erkenntnisse zusammengefasst und auf die detaillierte Projektdokumentation verwiesen. Siehe dazu unter ‘Referenzierte Dokumente’.

Die Struktur hält sich im wesentlichen an die Richtlinien zu NDIT/FPIT-Abschlussarbeiten [1].

Nachfolgend sind alle in diesem Dokument referenzierten Dokumente aufgelistet:

Richtlinien für die Durchführung der NDIT/FPIT Abschlussarbeiten, V2.0, vom 02.05.96

Projektplan, V1.0-4, vom 04.10.97

Theoretische Einführung, V1.0-4, vom 04.10.97

Sichere Verbindungen im Internet, V1.0-2, vom 04.10.97

Zahlungen im EC, V1.0-2, vom 04.10.97

Analyse zu Beschaffungsprozess, V1.0-4, vom 04.10.97

Situationsanalyse zu EDV Büro Fürrer, V1.0-2, vom 04.10.97

Rechtliche Betrachtungen, V1.0-2, vom 04.10.97

Ziele und Anforderungen zu System, V1.0-2, vom 04.10.97

Architektur-Konzepte zur Unterstützung der Prozesskette ‘Beschaffung’, V1.0-2, vom 04.10.97

Spezifikation zur Unterstützung der Prozesskette ‘Beschaffung’,
V1.0-2, vom 03.10.97

Prototyp, V1.0-2, vom 06.10.97

 

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit beschreibt in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, wie eine Unternehmung moderne Informations- und Kommunikations-technologien zur Unterstützung der unternehmensübergreifenden und wertschöpfungsrelevanten Prozessketten einzuführen hat, um einen möglichst hohen Nutzen zu erzielen.

Das resultierende Vorgehensmodell, welches die Phasen und Methoden von der Prozessauswahl bis zu der Systemeinführung beschreibt, sowie die erarbeiteten technischen Lösungsansätze zur Systementwicklung und
-integration, basierend auf der Internet-Technologie, beziehen sich auf das Umfeld von kleineren und mittleren Unternehmen (KMU). Gerade KMUs erhalten bei effizientem und zielgerichteten Einsatz der Internet-Technologie sowie deren Integration die Chance zur Erzielung einer günstigen Position innerhalb des Wettbewerbes.

Anhand des Anwendungsszenarios des Bürobedarfslieferanten Büro-Fürrer wird veranschaulicht, wie die Prozesskette zur Beschaffung mittels Internet-Technologie zu unterstützen und wie dabei vorzugehen ist.

 

Synopsis

The work describes in a comprehensive manner how a company can utilize today's existing communication and information systems. This becomes mandatory if a company wants to enhance its profitability by supporting the value added chains.

The proposed model is explained in various phases and methods from the initial selection of the process until the implementation and integration of the system. The proposed technical solution is based on the Internet technology. The proposal is worked out with small and medium sized companies in mind. In particular this size of enterprises can position themselves favorably in a competitive environment if they adopt this system and apply it in an efficient manner by making full use of the opportunities offered by the Internet technology.

The office supplier of Büro-Fürrer was selected for a practical exercise. The paper at hand describes how the order intake process chain is supported by the Internet technology and how the model can be implemented.

 

Management Summary

Eine möglichst hohe Kostenreduktion und Beschleunigung der Prozesse zur Optimierung der Wertketten ist heute das Ziel jeder Unternehmung um sich innerhalb des Wettbewerbs günstig positionieren zu können. Das informationsorientierte Kundenverhalten und der technische Wandel stellten in den letzten Jahren das Internet, besonders E-Mail und W3, zunehmends in den Vordergrund. Infolge der ständig steigenden Popularität und Verbreitung wird sich das Internet auch zu einem festen Bestandteil des Geschäftslebens entwickeln.

Das Ziel dieses Projektes ist aufzuzeigen, wie eine KMU die Prozessketten optimieren und durch den gezielten Einsatz dieser neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, unter den gegeben Randbedingungen, den grössten Nutzen erreichen kann.

Der wichtigste Grundsatz ist, dass die Umstellung der Geschäftsprozessunterstützung auf die Internet-Technologie ganzheitlich zu erfolgen hat. Zuerst hat auf der strategischen Betrachtungsebene die Auswahl der relevanten Aktivität zu der Wertschöpfungskette zu erfolgen. Nachfolgend ist auf der taktischen Betrachtungsebene die Prozesskette zu analysieren um die Schwachstellen und das Optimierungspotential zu ermitteln. Nach erfolgter Neugestaltung ist auf operativer Ebene die konzeptionelle Umsetzung mittels Technikkonzept, Sachmittelevaluation, Organisationskonzept und Wirtschaftlichkeitsanalysen zu planen. In dieser Phase ist speziell die Integration der bestehenden Systeme, zB. Back-Office, zu beachten. Nach Abschluss der Planung hat die Realisierung und Einführung der W3-Anwendung zu erfolgen.

Anhand des Praxisbeispiels des Bürobedarfslieferanten Büro-Fürrer wurde das grösste Potential im Eingangsbereich der Bestellungen ermittelt. Das erarbeitete Architekturkonzept sieht vor, die existierende EDI-Schnittstelle auch für den Bestelleingang über die W3-Anwendung zu nutzen. Damit werden den Kunden die Möglichkeiten der Business to Business Beziehung mit oder ohne EDI sowie die People to Business Beziehung geboten, was als offen und skalierbar zu charakterisieren ist. Die W3-Anwendung besteht aus einem transaktionsorientierten Informationssystem zur Beschaffungsabwicklung für die Kunden in W3-Technologie sowie einem Pflegesystem und einer W3-Datenbank, welche durch einen Replikationsmechanismus aus dem Back-Office System aktualisiert wird.

Die Realisierung der produktiven W3-Anwendung wird mit einer Investition von 430'000 CHF veranschlagt, wobei die Wirtschaftlichkeit einen Kapitelrückfluss von 1.4 Jahre, einen Gegenwartswert von 413'000 CHF und einen internen Ertragssatz von 79% bei einer Abzinsung von 35% ergab. Die Dauer der Projektentwicklung beträgt je nach eingesetzten Ressourcen zwischen 3 - 6 Monaten.

 

Executive Summary

 

The goal of every company is to position himself favorably in the competitive environment of today. In order to achieve this, they seek highest possible cost reductions and accelerated turn around times to optimize the value-added chains.

Over the last years changes in technology and the requirements of information oriented customers created an environment in which Internet and in particular E-Mail and W3 seem to respond to those requirements to a high degree of satisfaction. As a result of the increased popularity and expansion of its use the Internet will also become an integrated tool in the field of doing business.

The goal of this project is to demonstrate how small and medium sized companies can achieve a cost optimization of the ordering and handling process by the implementation of these new tools in information and communication technology.

The most important rule is that the business support process should be totally converted to this Internet technology. First from a strategic prospect all relevant activities in relation to the value added process must be identified. Once this is done the entire process is to be analyzed for weak links from a tactical prospect in order to find the potential for optimization. Now the new process must be planned and implemented at the execution level taking into account the concepts for technology and organization. At the same time the hardware must be evaluated and an economic analysis is to be carried out. In this phase in particular the integration of existing systems, for instance back-office must be taken care of. Once planning is completed the realization and implementation of the W3 application is to be done.

The office supplier of Büro-Fürrer was selected for a practical exercise and it was demonstrated that the largest potential in savings can be realized in the order intake section. The proposed structure intends to use the existing EDI for the order intake via the W3 application as well. This would enable the customers to select a business to business relationship with or without EDI or a people to business relationship which can be considered as open and scaleable architecture.

 

Einführung

Electronic Commerce (EC) ist der Begriff für das Realisieren und Ausführen von elektronischen Geschäftstransaktionen unter der Verwendung von Informations- und Telekommunikationstechnologien, wobei dadurch eine zeit- und kostengünstige Arbeitsweise mit Kunden, Lieferanten, Partnern und öffentlichen Stellen ermöglicht wird.

Um den unternehmerisch denkenden Leser in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise mit der Thematik Electronic Commerce vertraut zu machen, wird auf das Dokument ‘Theoretische Einführung’ [3] verwiesen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der theoretischen Einführung, welche sich in die Schwerpunkte Electronic Commerce, Internet-Nutzung für die Unternehmung, Informatikunterstützung der Wertketten und Recht gliedert sich nachfolgend stichwortartig zusammengefasst.

Electronic Commerce

Die ursprünglichen Hauptfunktionen von Electronic Commerce sind der Austausch von elektronischen Meldungen und Dokumenten sowie das elektronische Publizieren von Informationen. Gerade die Technologie EDI (Electronic Data Interchange) blieb infolge der Komplexität, der Kosten und der fehlenden kritischen Masse der Anwendungen hinter den Erwartungen zurück.

Die Veränderungen im sozialen, technischen und geschäftlichen Umfeld der letzten Jahre führten zu kunden- und projektbezogenen Unternehmensmodellen. Eine direkte Folge dieser Veränderungen ist, dass die Informationen zu Produkten und Dienstleistungen aber auch zu Prozessen eine wichtigere Bedeutung erlangen. So gilt es mittels geeigneten Informations- und Kommunikationstechnologien den klassischen Informationsaustausch zwischen den Computeranwendungen (Business to Business) aber auch die neue interaktive Form zwischen Person, resp. Kunde und Geschäft (People to Business) sowie die organisationsinternen Bedürfnisse zu befriedigen.

Neben den, bis anhin im Electronic Commerce implementierten, meldungsorientierten Technologien haben sich in den vergangenen Jahren die Internet-Dienste - besonders das W3 - weiter entwickelt und gewinnen zunehmends an Popularität.

Das Internet entwickelt sich folglich zu einem festen Bestandteil des modernen Geschäftslebens. Die Nutzung dieses Mediums zeigt neben den PR- und Marketingeigenschaften immer deutlichere Auswirkungen auf die inner- und überbetriebliche Organisation der Wertschöpfung ab.

Infolge der sinkenden Kosten für die Hard- und Software sowie die Kommunikationsdienste werden diese Technologien und Geschäftsfelder auch für KMUs wirtschaftlich. Als Folge ist absehbar, dass der Grad der Vernetzung zwischen Unternehmen und die Anzahl elektronisch getätigter Transaktionen zunehmen werden.

Technologisch ist heute das Internet zu den bewährten EC-Anwendungen, wie zB. EDI, als Ergänzung zu betrachten und dürfte diesen selbst zu einem Wachstum verhelfen. Aufgrund der installierten Basis wird in nächster Zeit die Kombination dieser beiden Technologien eine wichtige Bedeutung erlangen.

Trotz aller Euphorie sind als Einsatzbarrieren die mangelnde Sicherheit und Verfügbarkeit des Internet sowie die sich noch im Entwicklungsstadium befindenden EC-Entwicklungstools zu nennen, die transaktionsorientierte Modelle unterstützen. Als ein weiterer hinderlicher Punkt gilt die Komplexität der Integration der Back-Office Systeme (oftmals auch Legacy-Systeme).

Ein weiterer Punkt, mit stetig abnehmender Bedeutung, der die Euphorie begrenzt, sind die Anforderungen die das Internet stellt sowie dessen Verbreitung. Eine interkontinentale Kommunikation mit Browsern im Internet dürfte nur mit bereits hochentwickelten Industrieländern möglich sein, in Entwicklungsländern wird man sich der konventionellen Kommunikation bedienen. Eine globale Ausrichtung mittels Internet wird in der heutigen Zeit nur in den industriealisierten Ländern möglich sein.

Internet-Nutzung für die Unternehmung

Die Internet-Nutzung zeigt zunehmends eine deutliche Auswirkung auf die inner- und überbetriebliche Organisation der Wertschöpfung.

Für eine Unternehmung ist es ratsam, sich vor der Einführung der Internet-Technologie anhand der Organisation der Wertschöpfung des Unternehmens zu orientieren. Eine Möglichkeit dazu bietet das Modell der Wertketten gemäss Porter []. Dieses Schema führt zu einer groben Gliederung einer Unternehmung nach strategisch relevanten Tätigkeiten, um dadurch Kostenverhalten sowie vorhandene und potentielle Differenzierungsquellen zu verstehen. Daraus resultieren Anhaltspunkte über mögliche Wettbewerbsvorteile durch die Neugestaltung der unterstützenden Aktiviäten, welche durch die Branchenzugehörigkeit aber auch die Strategie einer Unternehmung beeinflusst werden.

Zusammenfassend lässt sich für die ganze Wertkette festhalten, dass die Internet-Nutzung zu Kostenvorteilen aber auch zu einer vorteilhaften Leistungsdifferenzierung für ein Unternehmen führen kann. Die Chance für kleinere und mittlere Unternehmen ist, dass die standardisierte und offene Internet-Technologie zu tiefen Einstiegs- und Unterhaltskosten implementiert und damit die beschriebenen Aktivitäten mit einer einheitlichen, modernen und integrierbaren Plattform (Client/Server) unterstützt werden können.

Informatikunterstützung der Wertketten

Betrachtet man die Entwicklung der Netzwerktechnologie der letzten Jahre, so stellt man fest, dass mit dem Einsatz von Workstations die TCP/IP Technologie stetig an Bedeutung gewonnen hat. Eine Erweiterung der internen Netze um den Internet Service bedeutet in der Praxis meistens, die Schnittstellen mit den nötigen Sicherheitseinrichtungen zu versehen.

Diese Sicherheitseinrichtungen umfassen Router und Firewalls. Im Dokument ‘Sichere Verbindungen im Internet’ [4] wird näher auf diese Problematik eingegangen. Die gewählte Anordnung eines Screened Subnet ist skalierbar und universell einsetzbar.

Im Kreditkarten Bereich stellt die SET Spezifikation der Banken einen Versuch dar, die Kreditkarte im Internet als Zahlungsmittel zu fördern. Siehe dazu auch Dokument ‘Zahlungen im EC’ [5]. Im Moment läuft in der Schweiz der Probebetrieb mit SET und es ist anzunehmen, dass nach Abschluss des Probebetriebs auch eine Reihe von Empfehlungen für Standardsoftware-Pakete publiziert wird.

Recht

Es können vertragliche Vereinbarungen zwischen EDI Partnern und zwischen EDI Teilnehmer und Netzbetreibern formuliert werden. Diese Verträge sind rechtlich bindend, schliessen aber eine Problematik nicht ganz aus: Das Übermittlungsrisiko.

Im Falle von X.400 darf von einer gesicherten Übertragung von Nachrichten ausgegangen werden. Im Falle vom E-Mail oder EDI über Internet ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Nachricht unterwegs verlorengeht so hoch, dass es sich wegen der ungenügenden gesetzlichen Rechtsprechung lohnt, den Vertrag zwischen Geschäftspartnern betreffend dem Übermittlungsrisiko zu erweitern.

Hier muss nicht das Risiko als solches spezifiziert werden, sondern das Verhalten und Vorgehen bei fehlender Bestätigung der Bestellung.

 

Projektplan

An dieser Stelle wird auf das Dokument ‘Projektplan’ [2] verwiesen.

Ergebnisse des Projektes

Die Sachziele, resp. die Ergebnisse dieses Projektes sind in die zwei Themengebiete ‘Allgemeines Vorgehensmodell zur Einführung der Intranet-/Internet- Nutzung in der Unternehmung’ und ‘Architekturmodell zur Unterstützung der Prozesskette Beschaffung’ zu gliedern.

Vorgehensmodell zur Einführung der Intranet-/Internet- Nutzung in der Unternehmung

Die Erarbeitung eines allgemeinen Vorgehensmodells hat sich aus der systematischen Arbeitsweise innerhalb des Projektes ergeben und ist durch die praktischen Erfahrungen geprägt. Dieses Vorgehensmodell lehnt sich an den offenen Standard HERMES (Bundesamt für Informatik) an und repräsentiert sich als Checkliste für das praktische Vorgehen - also für die Projektabwicklung. Es wird einer KMU, welche die Einführung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien plant und in der Abwicklung von Informatikprojekten nur über wenig Erfahrung verfügt als Leitfaden dienen.

In den nachfolgenden Kapitel sind nur Angaben zur praktischen Abwicklung definiert.

Phase Vor-Analyse

Zweck

Entscheid welche Prozesskette zu optimieren ist

Analysieren der Prozesskette und dadurch Schwachstellen und Optimierungspotential ermitteln

Ziele und Anforderungen an neue Lösung definieren

Vorgehen

Unternehmensweite Bestandesaufnahme der Geschäftsprozesse (Kernprozesse), bezogen auf die innerbetriebliche und überbetriebliche Organisation der Wertschöpfung. Hilfreich dazu ist die Klassifizierung nach den Tätigkeiten der Wertkette nach Porter. Die Prozesskette mit dem grössten Optimierungspotential, resp. der grössten Optimierungspriorität ist auszuwählen. Diese Aktivitäten haben auf der strategischen Ebene - der Geschäftsleitung - stattzufinden.

Mittels einer Analyse des Prozessablaufs, der Prozessinformationen (qualifiziert/quantifiziert) sind die Schwachstellen und das Optimierungspotential zu ermitteln, was unter Einbezug der Fachbereichsvertreter zu erfolgen hat.

Gleichzeitig ist eine Situationsanalyse zur aktuellen technischen Prozessunterstützung zu erstellen.

Abschliessend sind als Erkenntnis aus den Analysen die Ziele und Anforderungen an die neue Lösung zu definieren um schlussendlich die Freigabe für die Phase Konzept zu erlangen.

Ergebnisse

Als Ergebnisse dieser Phase haben die qualifizierte und quantifizierte Prozessanalyse mit den ermittelten Schwachstellen und Optimierungspotential, sowie die technische Situationsanalyse und die Ziele und Anforderungen an die neue Lösung vorzuliegen.

Entscheidungspunkte

Sind die Prozess- und Situationsanalyse genau umfassend?

Sind die ermittelten Schwachstellen und Optimierungspotential eindeutig, resp. repräsentativ?

Ist die technische Situationsanalyse korrekt?

Entsprechen die Ziele und Anforderungen den zu lösenden Problemen?

Stehen die Systemziele mit den Unternehmenszielen im Einklang?

Sind die Ziele technisch, organisatorisch und wirtschaftlich erreichbar?

Sind die Ziele organisatorisch und rechtlich vertretbar?

Verweis auf Praxisbeispiel

Siehe Dokumente ‘Theoretische Einführung’ [3], ‘Analyse zu Beschaffungsprozess’ [6], ‘Situationsanalyse zu EDV Büro-Fürrer’ [7], ‘Rechtliche Betrachtungen’ [8] und ‘Ziele und Anforderungen’ [9]

Phase Konzept

Zweck

Erarbeitung der Architekturvarianten unter Einbezug der verschiedenen Informations- und Kommunikationstechnologien zur Anbindung und Erweiterung der bestehenden Systeme

Allfällige Evaluation von Fertigprodukten und Integration der gewählten Fertigprodukte in das Konzept

Auswahl einer Architekturvariante aus technischer, organisatorischer und wirtschaftlicher Sicht

Erstellung der Spezifikation

Vorgehen

Es sind die prinzipiellen Architekturvarianten der neuen Lösung zu erarbeiten. Diese haben besonders auf die Anbindung und Möglichkeiten der Erweiterungen der bestehenden Systeme einzugehen. Sinnvollerweise sind die Varianten nach technischen Anforderungen, Sicherheit, Risiken, organisatorischen Auswirkungen, Recht und einer allgemeinen Bewertung möglichst ganzheitlich zu charakterisieren und anschliessend zu bewerten. Es ist darauf zu achten, möglichst frühzeitig zu einem Entscheid zu gelangen. Anschliessend ist nach einer allfälligen Evaluation eines Fertigproduktes die Spezifikation zu erstellen. Diese Spezifikation hat neben den technischen und technologischen Beschreibungen zur Infrastruktur und Anwendung, besonders auf die Schnittstellen, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Organisation und Recht einzugehen. Mit der Genehmigung der Spezifikation wird die Freigabe für die Phase Realisierung erlangt.

Ergebnisse

Architekturvarianten und Spezifikation

Entscheidungspunkte

Sind die gesetzten Systemziele erreichbar?

Wird die erforderliche Integration erreicht und können bestehende Systeme integriert werden?

Sind alle vertretbaren Architekturvarianten untersucht?

Wurde untersucht, ob bereits eine ähnliche Lösung implementiert worden oder verfügbar ist?

Wurde der Einsatz von Fertigprodukten ausreichen geprüft?

Werden offene und standardisierte Technologien unterstützt, resp. implementiert?

Ist die Lösung realisierbar?

Ist die Lösung erweiterbar?

Handelt es sich um eine skalierbare Architekturvariante?

Sind die Sicherheits- und Datenschutzanforderungen erfüllt?

Sind die rechtlichen Aspekte berücksichtigt?

Wird die Lösung von den Fachbereichen akzeptiert?

Ist die Wirtschaftlichkeit realistisch und plausibel?

Verweis auf Praxisbeispiel

Siehe Dokumente ‘Architektur-Konzepte zur Unterstützung der Prozesskette Beschaffung’ [10] und ‘Spezifikation zur Unterstützung der Prozesskette Beschaffung’ [11]

Phase Realisierung

Zweck

Erstellung der Detailspezifikation

Allfällige Definition und Planung des Migrationsverfahrens

Erstellung des Systems basierend auf Detailspezifikation

Vorbereitung der Einführung

Verhandlungen mit Internet-Provider

Sicherstellung der Verfügbarkeit von minimalen Bandbreiten

Abstimmung der Sicherheitseinrichtungen

Abschluss von Wartungverträgen und Servicelevel Agreement

Realisation der Internetanbindung

Vorgehen

Die Spezifikation wird iterativ zur Detailspezifikation verfeinert, wobei dazu ein lauffähiger Prototyp hilfreich ist. Der Prototyp dient weiter zur Überprüfung der Realisierbarkeit von technischen Details und als Pilotsystem. Ist es notwendig Daten oder Funktionalitäten in das neue System zu übernehmen so ist das Migrationsverfahren zu planen. Basierend auf der Detailspezifikation ist das endgültige System zu erstellen und zu testen. Sämtliche organisatorischen und technischen Vorbereitungen zur Systemeinführung sind zu planen und auszuführen.

Die Internetanbindung ist nicht nur mit dem Bestellen einer Leitung und deren Inbetriebnahme erledigt. Die Sicherheitseinrichtungen des Internet Providers müssen in die Sicherheitseinrichtungen des W3-Systems integriert werden. Bei der Inbetriebnahme der Sicherheitseinrichtungen sollte auch der Hersteller des Systems miteinbezogen werden. Bei der Wahl der Bandbreite zwischen dem Internet-Provider und dem W3-System ist die minimal zur Verfügung stehende Bandbreite zu spezifizieren.

Ergebnisse

Detailspezifikation

ev. lauffähiger Prototyp

ev. Migrationsplan

Informatiksystem mit Dokumentation

Wartungvertrag / Service Level Agreement mit Internet-Provider

Prüfprotokolle der Leitungsinbetriebnahme

Prüfprotokolle der Inbetriebnahme von Sicherheitseinrichtungen

Entscheidungspunkte

Ist die spezifizierte Funktionalität im Prototyp enthalten?

Deckt die Detailspezifikation alle Anforderungen ab?

Kann Aufgrund der Prüfprotokolle die Systemeinführung erfolgen?

Erlauben die Sicherheitseinrichtungen die Systemeinführung?

Ist die Stabilität und Verfügbarkeit des Systems gewährleistet?

Was ist bei einem Systemausfall?

Ist die Wartung/Support des Systems gewährleistet?

Sind die Mitarbeiter zur Systemwartung mit den notwendigen Qualifikationen ernannt, verfügbar und instruiert?

Wurden die Einführungsrisiken abgeschätzt und angemessene Massnahmen getroffen?

Verweis auf Praxisbeispiel

Siehe Dokument ‘Prototyp’ [12]

Phase Einführung und Betrieb

Zweck

Installation des Systems

Durchführung einer allfälligen Migration

Freigabe des Systems

Betrieb und Wartung des Systems

Vorgehen

Das System ist in der produktiven Umgebung zu installieren, eine allfällige Migration und die Abnahmetests durchzuführen. Nach erfolgter Freigabe ist der produktive Betrieb zu gewährleisten. Sinnvollerweise ist die Kundschaft und/oder die Öffentlichkeit durch eine entsprechende Kampagne auf die neuen Leistungen aufmerksam zu machen um dadurch neue Kunden zu gewinnen.

Ergebnisse

Prüfprotokolle

Entscheidungspunkte

Kann aufgrund der Prüfprotokolle die Systemabnahme erfolgen?

Sind alle Mängel behoben?

Sind alle organisatorischen Voraussetzungen für den Betrieb vorhanden?

Ist die Unterstützung bei Anwendungs- und Betriebsproblemen geregelt?

Ist der Systemverantwortliche ernannt und eingesetzt?

Verweis auf Praxisbeispiel

war nicht Bestandteil dieses Projektes

 

Architekturmodell zur Unterstützung der Prozesskette Beschaffung

Die Ergebnisse zur Unterstützung der Prozesskette Beschaffung werden entsprechend der chronologischen Reihenfolge der phasenorientierten Erarbeitung dargestellt, resp. die Verweise auf die entsprechenden Dokumente betreffend dem Praxisbeispiel aufgeführt. Die wesentlichen Erkenntnisse werden kurz zusammengefasst.

Phase Vor-Analyse

Verweis auf Dokumentation der Ergebnisse

Die ausführliche Dokumentation zu dieser Phase wird durch ‘Analyse zu Beschaffungsprozess’ [6], ‘Situationsanalyse zu EDV Büro-Fürrer’ [7], ‘Rechtliche Betrachtungen’ [8] und ‘Ziele und Anforderungen zu System’ [9] repräsentiert.

Wesentliche Erkenntnisse aus Analyse zu Beschaffungsprozess

Optimierungspotential liegt im Schnittstellenbereich

Die Haupterkenntnis aus der umfassenden Analyse war, dass in der Prozesskette das grösste Optimierungspotential in den Schnittstellen des Eingangsbereichs liegt.

So treten auf Seite Kunde und Lieferant bei der Bestellabwicklung Medienbrüche auf. In der Organisationseinheit Verkauf des Lieferanten ist eine grosse Anzahl Ressourcen gebunden, welche grösstenteils nur die schriftlich und telefonisch eingegangen Bestellungen im System erfassen. Im Bestellabwicklungsprozess ist der Verkauf die Funktion mit der geringsten Produktivität (ca. 30%).

Für die Auftragserfassung sind bei einem Volumen von 800-900 Bestellungen pro Tag zwischen 40-45 Personenstunden notwendig um 95% dieses Volumens zu bearbeiten. Gelangen 50% dieser Bestellungen in elektronischer Form zu Büro-Fürrer, so lassen sich in diesem Vorgang bis zu 20 Personenstunden/Tag einsparen.

Optimierung der technischen Prozessunterstützung

Obwohl EDI nur bei 1% aller Bestelleingänge (80-90) genutzt wird, muss dieses Verfahren auch zukünftig bereitgestellt werden. Die Kosten für EDI (IBM VANs) sind als fix zu betrachten.

Ein wirtschaftlicher Ansatz wäre das Volumen der ORDERs zu erhöhen ohne dass die Kunden direkt eine EDI Message absetzen. Eine Vorstellung dazu ist die Bereitstellung einer allgemein zugänglichen Bestell-Applikation, die als Output ORDERs generiert.

Durch die Portierung der, bei den Kunden sehr beliebten, Applikation Fürrer Direct (Online-Zugriff auf System) auf eine neue Technologie könnten die existierenden technischen Nachteile und Einschränkungen eliminiert und folglich der zusätzliche Anwenderkreis erhöht werden.

Eine Erweiterung des Kundenkreises auf Privatkunden und folglich eine Umsatzsteigerung ist möglich, wenn das Online-System bei Aufgabe der Bestellung direkt die Bezahlung der Ware ausführt. Dies würde bedeuten, dass die Kunden nicht mehr zwingend zu registrieren und mit hohem administrativem Aufwand die Fakturen nachträglich zu erstellen und zu verfolgen sind.

Zukünftige Rolle eines Händlers

Dieses Kapitel macht einen Ausblick auf die zukünftigen Beziehungen zwischen Nachfrager - Mittler - Produzent/Händler und deren Verhalten im elektronischen Markt. Es wird angegeben nach welchen Kriterien ein Händler seinen Standpunkt zu bestimmen und die zukünftige Wettbewerbsstrategie festzulegen hat.

Phase Konzept

Verweis auf Dokumentation der Ergebnisse

Die ausführliche Dokumentation zu dieser Phase wird durch die Dokumente ‘Architektur-Konzepte zur Unterstützung der Prozesskette Beschaffung’ [10] und ‘Spezifikation zur Unterstützung der Prozesskette Beschaffung’ [11] repräsentiert.

Wesentliche Erkenntnisse aus Architektur-Konzepte zur Unterstützung der Prozesskette ‘Beschaffung’

Konzeptvarianten

Es wurden die drei folgenden Konzeptvarianten zur Unterstützung der Prozesskette erarbeitet und durch die Kriterien wie technische Anforderungen, Sicherheit, Risiken, organisatorische Auswirkungen, Wirtschaftlichkeit und Recht charakterisiert:

EDI über W3

Proprietäre W3-Anwendung mit Datenbank

Proprietäre W3-Anwendung mit direktem Zugriff auf Back-Office Datenbank

Bei diesen Varianten handelt es sich um allgemeine Ansätze die für jede Internet-Anbindung eines Back-Office Systems herangezogen werden können. Die jeweiligen Randbedingungen bestimmen die geeignete Variante.

Für das Praxisbeispiel Büro-Fürrer wurde durch eine Nutzwert-Analyse die Variante ‘EDI über W3’ evaluiert. Die ausschlaggebenden Randbedingungen waren die vorhandene EDI-Installation und das proprietäre und schlecht dokumentierte Back-Office System als Eigenentwicklung.

Wesentliche Erkenntnisse aus Spezifikation zur Unterstützung der Prozesskette ‘Beschaffung’

Gesamtarchitektur

Die definierte Architektur unterstützt die Prozesskette ‘Beschaffung’ über W3, resp. Internet für die Beziehungen

People to Business

Business to Business ohne EDI

Business to Business mit EDI

und wird somit als offen und skalierbar charakterisiert.

W3-Anwendung

Eine W3-Anwendung ist in die vier primären Komponenten

Informationssystem

Vorgangssystem

Berichtssystem

Pflegesystem

zu gliedern. In diesem Kapitel sind die Aufgaben und die Wechselbeziehungen dieser Komponeten in allgemeiner Form und in Bezug auf das Praxisbeispiel dargestellt. Weiter sind die Funktionsmatrix, konzeptionelle Datenstruktur und der Ablaufplan als Spezifikation zur Anwendung der Bestellabwicklung definiert.

Technologie

Neben der netzwerktechnischen Integration wird speziell auf die technischen Anforderungen und Problematiken einer daten- und transaktionsorientierten Applikation im W3 hingewiesen. Der technische Lösungsansatz der Firma Centura, welcher als grundlegend, offen und skalierbar zu bezeichenen ist, wird allgemein erklärt, da basierend auf dieser Technologie der Prototyp entwickelt wird.

Schnittstellen

Bei den Schnittstellen handelt es sich neben dem technischen Ablauf und den organisatorischen Voraussetzungen um die Definition der Informationstypen der Flat-Files für

EDI-Inhouse

proprietäre Order

Artikelstamm (für Download)

Weiter ist das Replikationsverfahren zwischen Back-Office und Front-Office System beschrieben.

Sicherheit

Die Sicherheitvorkehrungen können nicht "gemessen" werden und die Browser werden mehr oder weniger im Monatsrhythmus mit einer neuen Versionsnummer versehen.

Diese Situation fördert das Verständnis für die Sicherheit nicht unbedingt. Darum ist es wichtig, die Sicherheit nicht von einem einzigen Router oder Firewall abhängig zu machen.

Die Sicherheit bildet sich aus der logischen Anordnung der Komponenten und deren Wirkungsweise im Verbund.

Die sicherheitstechnischen Massnahmen lassen sich als Wirkungskette wie folgt darstellen

Chiffrierung von Dial-Up Verbindungen mit PPTP und Passwort

Chiffrierung der Kommunikation mit SSL

Proxy-Firewall Technologie mit Schutz vor Attacken auf das W3-System

Identifikation des Benutzers per Passwort in der Anwendung

Steuerung des Datenzugriffs in der Datenbank nach Benutzer

Die einzelnen Massnahmen und Möglichkeiten sind in dem Kapitel beschrieben.

Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeitsrechnung liefert folgende Werte

Interner Ertragssatz 79%

Gegenwartswert 413 kCHF

Kapitalrückfluss 1.4 Jahre

bei einer Investition von 430 kCHF und einem Abzinsungsfaktor (ROCE-Ziel) von 35%. Für die genaue Zusammensetzung des Mittelrückfluss aber auch die ausführliche Wirtschaftlichkeitsrechnung wird auf das entsprechende Kapitel verwiesen.

Recht

Die unklare Situation der Rechtsprechung bei elektronischen Transaktionen wird applikatorisch mit einem abschliessenden Dialog bei der Bestellung gelöst.

Bestellungen, die bei diesem abschliessenden Dialog verworfen werden, sollten gesammelt und statistisch ausgewertet werden. Beim Marketing und Verkauf besteht dann zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit diese Fälle von Hand zu bearbeiten.

Organisation

Die organisatorischen Auswirkungen bei Einführung dieses Systems sind geringfügig und führen zu keiner Änderung der Organisationsstruktur. So hat die Organisationseinheit Administration

Benutzer im System zu verwalten

1. Level-Support/Hotline für Kunden betreffend W3-Applikation zu gewährleisten

Replikation zwischen Back-Office und W3-System zu überwachen

Die Organisationseinheit Informatik übernimmt die technischen Aktivitäten wie

Betrieb und Wartung

2. Level-Support zu W3-Applikation

Phase Realisierung

Verweis auf Dokumentation der Ergebnisse

An dieser Stelle wird nur auf die Dokumentation ‘Prototyp’ [12] verwiesen, welche den hardware-, netzwerk- und sicherheitstechnischen Aufbau der Prototypumgebung, den Funktionsumfang sowie die Datenstruktur zu den Applikationen beschreibt.

 

 

Diskussion der Resultate

Die Diskussion der Resultate gliedert sich in die Themengebiete Projektinitialisierung, Projektplanung und -entwicklung sowie die fachlichen und praktischen Erfahrungen.

Projektinitialisierung

Der Auftrag, resp. den Untersuchungsbereich zu diesem Projekt wurde durch die Studenten selber definiert. Siehe dazu auch Kapitel ‘Innovativer Beitrag’.

In der Zeit von der Anmeldung der Arbeit bis zur Abgabe des Projektplans war die Hauptaufgabe, ein dem Untersuchungsbereich möglichst entsprechendes praktisches Beispiel zu organisieren. Zum Erstaunen der Studenten entwickelte sich diese Aufgabe als äusserst schwierig zu lösen.

Die Erfahrung zeigte, dass viele Firmen - besonders KMUs - das Internet noch nicht richtig zu nutzen wissen. Für die meisten kontaktierten Firmen bedeutete Internet eine Homepage und E-Mail. Erstaunlich war, dass praktisch alle diese Investitionen nur infolge des Marktdruckes und völlig konzeptlos tätigten. Folglich bedeutete für diese der Internet-Auftritt nur Aufwand und fast kein Nutzen. Die allgemeine Tendenz war, wir möchten etwas tun und wissen nicht wie - wir warten auf ein entsprechendes Produkt, welches wir implementieren können und uns den erhofften Nutzen bringt!

Bei der Suche beschränkte man sich auf Firmen der Handels- und Dienstleistungsbranche die bereits im Internet präsent waren und einen innovativen Eindruck machten. Als Quellen diente das Internet aber auch über längere Zeit gesammelte Publikationen und Artikel aus der Presse.

Durch einen Tip aus der ABB, welche übrigens seit der starken Dezentralisierung der Informatik über grosse Probleme in der Unterstützung der Beschaffungsprozesse verfügt, gelangten die Studenten zwei Wochen vor Abgabetermin des Pflichtenheftes zu der Firma Büro-Fürrer.

Die Firma Büro-Fürrer zeigte sich spontan bereit, den Studenten Informationen unter bestimmten Auflagen zu liefern. Der Grund für diese Einwilligung war, dass Büro-Fürrer den Kunden bereits einige technische Möglichkeiten zur Beschaffungs-Unterstützung anbietet und zukünftig auch das Medium Internet vermehrt nutzen möchte.

Planung und Entwicklung des Projektes

Der detailliert und ganzheitlich erstellt Projektplan erwies sich für die Abwicklung des Projektes als hilfreich und präzis. Die hohe Qualität des Projektplanes, welcher die Phasen, Methoden, Hauptaktivitäten und Ergebnisse vorgab, wurde durch das erfolgreiche Erreichen der Projektziele (Termine, Aufwand und Sachziele) bestätigt. Der Erfolg eines Informatikprojektes ist massgeblich von der Projektplanung und -abwicklung abhängig!

Die durch den Projektplan definierten Sachziele wurden in der geforderten Qualität erreicht. Einzig die Thematik eines elektronischen Produktkataloges im Hinblick auf einen Mittler wurden technisch nicht bearbeitet. Es wird aber darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine ähnliche Problematik wie bei der Beschaffung über einen Lieferanten handelt. Ein Mittler kann den Nachfrager direkt auf das System eines Anbieters, resp. Händlers verweisen oder der Nachfrager bestellt im System des Mittlers. In letzterem Fall müsste das System des Mittlers eine Schnittstelle zu den Händlersystemen aufweisen und die Angebote-Händler Beziehung kennen.

Gemäss Projektplan war der Finanzfluss zwischen Kunde und Lieferant nicht im Untersuchungsbereich enthalten. Trotzdem wurde die Möglichkeit SET (Secure Electronic Transaction) erwähnt, da diese die elektronische Begleichung der Rechnung bei Bestellaufgabe und somit eine anonyme Kundenbeziehung erlauben würde. Für Büro-Fürrer würde dies geringere administrative Aufwände und eine mögliche Ausweitung des Kundensegmentes auf Privatkunden bedeuten.

Fachliche und praktische Erfahrungen

Aus fachlicher wie auch technischer Hinsicht durfte die selbstdefinierte Aufgabenstellung als ehrgeizig bezeichnet werden, da nicht nur technische sondern auch betriebswirtschaftliche, rechtliche und organisatorische Aspekte zu behandeln waren.

So galt es zuerst durch Literaturstudium und Quellen im Internet einen umfassenden Überblick zu gewinnen und eine zielgerichtete Struktur zu erarbeiten. Die detailliert durchgeführte Prozessanalyse lieferte genaue Ergebnisse und gab eine nützliche Einführung in projektbezogene Aktivitäten auf der taktischen Ebene, welche als Vorbereitungen zu dem oparationellen Untersuchungsbereich dienten. Bei der Erarbeitung der Architekturvarianten waren neben den technischen Kenntnissen und Erfahrungen besonders kreative und systematische Lösungsmodelle, wie zB. Brainstorming, Nutzwertanalyse hilfreich. An dieser Stelle sei nocheinmal erwähnt, dass die drei Architekturvarianten als generisch zu betrachten sind und für jede Internetanbindung zur Wahl stehen. Die Auswahl einer Architekturvariante wird durch die gegebenen Randbedingungen bestimmt.

Das Design des Systems bezog sich auf die Entwicklung einer modularen und skalierbaren Individuallösung, um besonders die kritischen Punkte sowie Einschränkungen und technischen Möglichkeiten zu erkennen. In der Praxis würde selbstverständlich der Einsatz eines Standardproduktes in dieser Phase überprüft, wobei aber die Erfahrung bestätigte, dass sich die meisten Produkte (wie zB. Merchant Server von Microsoft) zur Zeit noch im Entwicklungsstadium befinden. Nachfolgend sind als Erkenntnis dieses Projektes die kritischen Punkte genannt die bei einer Individualentwicklung, wie/oder einer Standardlösung zu berücksichtigen sind:

Schnittstellen, Möglichkeiten der Anbindung an Back-Office System und Datenbanken

Zahlungssysteme (integriert oder integrierbar)

Transaktionsunterstützung

unterstützte Systemplattformen und W3-Server

Einbringung neuer Funktionalität, Entwicklungswerkzeuge

Sicherheit (Wirkungskette der Massnahmen)

Skalierbarkeit

Verfügbarkeit

Performance, Verhalten unter Last

Lizenzen, Kosten allgemein

Die spezifizierte und als Prototyp entwickelte W3-Anwendung basiert auf einem strukturierten Datenbestand in einer relationalen Datenbank, welcher durch zwei Applikationen verwaltet wird. Die Funktionen zur Systemverwaltung, dem sogenannten Pflegesystem, sind in einer üblichen Windows-Applikation integriert, da diese Plattform gegenüber HTML wesentlich mehr Funktionalität bietet. Dies hat den Vorteil, dass nur die relevante und transaktionsorientierte Geschäftsfunktionalität als W3-Applikation implementiert werden muss. Die gewählte Centura-Technologie, welche die Entwicklung der windows- und W3-basierten Applikationen unterstützt, hat sich bezüglich Stabilität, Performance, Skalierbarkeit und HTML-Unterstützung äusserst bewährt. Ein Optimierungspotential besteht einzig bei der Einbindung von Java-Applets zur Validierung der Daten bei Eingabe (wird unterstützt) und dem Seitenlayout, was aber mit etwas mehr Zeitaufwand ohne Probleme zu erreichen ist.

Die Spezifikation wie auch die Entwicklung des Prototyp zeigen, dass durch die Kombination von handelsüblichen und standardisierten Komponenten, resp. Entwicklungstools in einer kurzen Durchlaufzeit Systeme zur Internetanbindung entwickelt werden können, die den Anforderungen an Sicherheit, Flexibiltät, Funktionalität, Integration, Performance und Benutzerfreundlichkeit genügen.

Voraussetzung dazu ist ein strukturiertes Vorgehen, hohe und breite Fachkompetenz sowie ein professioneller Einsatz der Tools.

 

 

Innovativer Beitrag

Dieses Kapitel beschreibt die innovativen Aspekte dieses Projektes.

Aufgabenstellung

Die Aufgabenstellung wird als innovativ und ganzheitlich klassiert, da diese durch die Studenten selber formuliert wurde.

Der Anlass dazu bildeten die im Rahmen des NDIT-Studiums erworbenen theoretischen Kenntnisse in den Informations- und Kommunikationstechnologien sowie den organisatorischen Disziplinen. Neben diesem Wissen galt es das technische Potential der Technologien einzeln und in Kombination zu erkennen mit unternehmerischem Denken zu neuartigen Systemlösungen zu führen.

Kombination der Technologien EDI und Internet/W3

Die vorgeschlagene Architekturvariante ‘EDI über W3’ ist innovativ, da ein bestehendes System mit einer definierten Schnittstelle nur minimal erweitert werden muss (Replikation von Back-Office auf W3-System). Dabei bleibt die Funktionalität für die Kommunikation zwischen Business to Business (über EDI) erhalten und die neuen Formen für Business to Business (ohne EDI) und People to Business werden zusätzlich möglich. Infolge der geringen Modifikationen am bestehenden Back-Office System und der einfachen sowie neutralen Schnittstelle führt dies zu einer kostengünstigen und wirtschaftlichen Lösung.

Bei allen drei Architekturvarianten ‘EDI über W3’, ‘Proprietäre W3-Anwendung mit Datenbank’ und ‘Proprietäre W3-Anwendung mit direktem Zugriff auf Back-Office Datenbank’ handelt es sich um generische Lösungsansätze zur Anbindung eines Systems an Internet.

Transaktionsorientierte W3-Applikation mit dynamischem Datenzugriff im On-Line Verfahren

Die entwickelte W3-Anwendung zur Unterstützung der Beschaffung am System in der People to Business Beziehung ist als Transaktion implementiert, die sich über mehrere Stufen (Pages) erstreckt und gemäss rechtlicher Betrachtung im On-Line Verfahren arbeitet. Dabei ist das Verhalten von den jeweiligen Zuständen abhängig und führt zu konsistenten und gültigen Daten auf der W3-Datenbank. Die W3-Anwendung ist über die vorgängig beschriebene Schnittstelle mit dem Back-Office System integriert.

Dies stellt im Vergleich mit den bisher auf dem W3 existierenden Anwendungen eine Innovation dar. So ist es zB. heute beim Verlag Freihofer AG möglich über das W3 die Artikel im Produktekatalog zu suchen und zu bestellen. Im Back-Office werden jedoch die Bestellungen auf Papier ausgedruckt und den entsprechenden Abteilungen zur Bearbeitung verteilt (gemäss Auskunft eines Mitarbeiters). Viele andere Bestellanwendungen im W3 generieren im Hintergrund ein Mail und stellen dieses dem Lieferanten zu - dabei handelt es sich übrigens um das sogenannte Off-Line Verfahren, bei welchem der Benutzer den Status der Bestellung nicht kennt.

W3-Anwendung mit skalierbarer Architektur

Die für den Prototyp gewählte Centura/Foresite-Architektur (Middleware) ist durch den modularen Aufbau skalierbar (verteilte Systeme die über TCP/IP-Sockets zusammenarbeiten), womit auch bei grosser Belastung der Business-Applikation eine genügende Performance garantiert werden kann. Gemäss einer mehr theoretischen Durchleuchtung erweist sich Foresite besonders im Hinblick auf die derzeit angebotenen Möglichkeiten der Datenbankanbindung (CGI-Programmierung) und der Integration bestehender Programme als überdurchschnittlich und innovativ.

Rechtliche Aspekte

Die rechtlichen Aspekte wurden für Applikationen mit elektronischen Transaktionen untersucht und festgestellt, dass die Rechtssprechung im Bereich des Transportrisikos ungenügend ist. Die Schrifteigenschaft von Computeraufzeichnung wird zum heutigen Zeitpunkt verneint, d.h. eine Aufzeichnung von der Übertragung einer Bestellung wird vor Gericht nicht anerkannt.

Im Handelsverkehr können die Geschäftspartner die Art und Form der ausgetauschten Erklärungen frei regeln.

Die fehlende Rechtsprechung in diesem Bereich wird mit den Geschäftspartnern in einem Vertrag geregelt. Dieser Vertrag umfasst die Regeln und Verhaltensmuster bei Bestellungen und umfasst auch die Regeln beim Ausbleiben einer Bestellungsbestätigung.

 

 

Schlussfolgerung

Die Erkenntnisse dieses Projektes bestätigen, dass der Einsatz von modernen Informations- und Telekommunikationstechnologien, basierend auf dem Standard und Diensten des Internet, für Unternehmungen zu Kostenvorteilen, zu einer vorteilhaften Leistungsdifferenzierung aber auch zu einer Vergrösserung oder sogar zur Entstehung neuer Märkten führen kann. Da die Technologie nur als Werkzeug und Hilfsmittel dient, wird der Unternehmenserfolg erst mit einem zielorientierten Einsatz dieser prozessunterstützenden Möglichkeiten erreicht. Dies wiederum ist von einer ganzheitlichen Planung und Konzipierung sowie einer effizienten Projektabwickung abhängig.

Infolge der einfachen Technologie, die zu tiefen Einstiegs- und Unterhaltskosten implementiert werden kann, gilt dies besonders auch für KMUs.

Der Investitionsschutz wird durch die steigende Popularität und weltweite Verbreitung des Mediums Internet sowie die sich neu eröffnenden Geschäftsfelder geboten.

Durch dieses Projekt wurde speziell aufgezeigt, welche Möglichkeiten sich zur Integration der verschiedenen Generationen von Technologien bieten und wie die Grundlage für eine offene und entwicklungsfähige Business-Applikation geschaffen wird.

Aus der applikatorischen Sicht werden die kommunikations- und sicherheitstechnischen Aspekte als entkoppelt betrachtet - diese gelten als transparent. Für eine Unternehmung gilt es, sich über einen geeigneten Provider an dem Internet anzuschliessen, wobei dabei nicht die Kommunikation sondern die sicherheitstechnische Abgrenzung des Unternehmensnetzwerkes gegenüber dem Internet als das grosse Defizit gilt und zu entsprechendem Aufwand bei Implementation und Betrieb führt. Die Praxis bestätigt, dass noch nicht alle Aspekte betreffend der Sicherheit der verschiedensten Produkte und möglichen Kombinationen betrachtet wurden. Dies führt gelegentlich zur Entdeckung von Sicherheitslecks beim Betrieb der Infrastruktur von Internetanbindungen. In der Arbeit wurde aufgezeigt, welche technischen Möglichkeiten sich zur Erzielung eines skalierbaren Sicherheitskonzeptes bieten.

Bedingt durch die allgemeine Entwicklung, besonders in den Disziplinen Technik und Organisation, werden die Geschäftsprozesse vermehrt durch die Internet-Technologie unterstützt werden. Für den Anwender wird alles schneller, übersichtlicher, einfacher, eventuell sogar günstiger aber dafür auch anonymer.

Um dies alles zu gewährleisten werden an die Performance, Verfügbarkeit, Sicherheit, Integration und Benutzerfreundlichkeit der Systeme hohe Anforderungen gestellt, die es zuerst einmal durch die Technik und deren Implementation zu erfüllen gilt. Neben den erforderlichen technischen Standards wird die Erarbeitung von rechtlichen Grundlagen und des Datenschutzes zu einer Notwendigkeit, was aber infolge des nicht national begrenzten Gebietes zu einer internationalen Angelegenheit wird.

Möchte man die Zusammenarbeit zwischen Geschäftspartnern auch juristisch hieb- und stichfest Absichern, bleibt den Partnern nichts anderes übrig, als alle möglichen Eventualitäten in Sachen Kommunikation schriftlich in einem Vertrag oder Allgemeinen Geschäftsbedingungen festzuhalten.

Trotz dieser noch zu lösenden Problemen wird mittelfristig auch eine KMU infolge des Marktdruckes auf dem W3 präsent sein müssen. Mit diesem Projekt wurde dargelegt wie eine Unternehmung die Internet-Nutzung zu planen und für eine erfolgreiche und ganzheitliche Einführung vorzugehen sowie die Anwendung zu implementieren hat. Aus technischer, wirtschaftlicher, rechtlicher und organisatorischer Sicht ist dies bereits heute unter den genannten Einschränkungen in einer ersten Evolutionsstufe möglich.

Wird mit dem Einsatz der Internet-Technologie zur Unterstützung der Geschäftsprozesse zugewartet, so werden die zu erbringenden Aufwände in technologischer und organisatorischer Hinsicht kontinuierlich grösser. Weiter ist anzunehmen, dass die Marktpositionen zu einem späteren Zeitpunkt im Wettbewerb bereits bezogen. Der Markteinstieg wird umso aufwendiger, da sich bereits wieder ein Verdrängungswettbewerb entwickelt.

Betreffend den Bemühungen zur Standardisierung wird abschliessend auf einen Hinweis des Experten zu OBI (Open Buying on the Internet Standard), der während den Abschlussarbeiten eingebracht wurde, im Anhang kurz eingegangen. Diese Bestrebungen bestätigen, dass die durch die Studenten erarbeitete Architektur innovativ und zukunftsweisend ist.

 

Kontakte mit Experten

Der Experte sowie der Betreuer wurden jeweils nach dem Erreichen eines Meilensteines mit den Berichten zu den Phasenergebnissen dokumentiert.

Weiter fand mit dem Experten nur eine einzige Abstimmung per E-Mail betreffend den Projektzielen anfangs Juni 97 statt.

 

Spezieller Dank

Ohne die Informationen aus der Praxis von Büro-Fürrer wäre diese Arbeit nicht zustande gekommen. Namentlich möchten wir uns bei Herrn Stefan Nüesch, Leiter Informatik, für die spontane Bereitschaft und Zusammenarbeit bedanken.

Der EDI Konverter vEDI der Firma EDIFACT AG konvertierte die durch unsere Applikation erstellten Inhouse-Files in EDIFACT-Messages des Typs ORDERS D.96A. Bei Realisierung der spezifizierten W3-Anwendung wäre dieser Konverter zur EDI-Anbindung zu empfehlen. Besten Dank für die aufgewendete Zeit der Herren Kyriakakis und Leonetti der Firma EDIFACT AG.

Herr M. Acharya, ABB PTI AG, gab uns wertvolle Tips und Hinweise auf der Suche nach einem geeigneten Praxisbeispiel.

Nicht zu vergessen die kompetente Betreuung durch Herr Dr. M. Spätig, Ascom Hasler AG/NDIT-Dozent, welcher sich sogar die Mühe genommen hat uns in Baden zu besuchen. Besten Dank!

 

Glossar

 

Abkürzung Bedeutung Erklärung
(nur relevante Abkürzungen sind erklärt)
API Application Programming Interface Programm-Schnittstelle für externe Funktionsaufrufe
Base64 Encoding method Übersetzungsstandard, konvertiert 8 Bit Zeichen in eine Folge von 6 Bit Zeichen
BBS Bulletin Board System
CGI Common Gateway Interface Standardschnittstelle, über die W3-Server externe Applikationen starten und mit diesen Daten austauschen
DBA Database Administrator
DDL Data Definition Language Sprache zur Definition der physischen Datenbankelemente
DES Data Encryption Standard
DML Data Manipulation Language Sprache zur Manipulation (Select, Insert, Update, Delete) der Daten in Datenbank
EC Electronic Commerce Elektronische Ausführung von Geschäftstransaktionen
EDI Electronic Data Interchange Elektronisches Austauschen standardisierter elektronischer Geschäftsdokumente zwischen Computeranwendungen der Geschäftspartner
EFT Electronic Founds Transfer
FTP File Transfer Protocol Standard Protokoll für Dateitransfer im Internet
GIF Graphics Interface Format
HTML Hypertext Markup Language Textauszeichnungssprache in der die Dokumente im W3 geschrieben sind
HTTP Hypertext Transfer Protocol Standard Protokoll zur Überragung der HTML-Dokumente im W3
ICMP Internet Control Message Protocol
ISO International Standardisation Organisation
ISP Internet Service Provider
JEPI Joint Electronic Payments Initiative
KMU Kleinere und Mittlere Unternehmen
LAN Local Area Network
MIME Multipurpose Internet Mail Extensions Internet-Standard für Multimedia-E-Mail (inkl. Grafik, Ton)
OBI Open Buying on the Internet Standard Internet-Standard für EC im Internet
ODBC Open Database Connectivity Standardschnittstelle, über die ein Client auf verschiedene Datenbanken zugreifen kann
OSI Open Systems Interconnection
RFC Request For Comment
PGP Pretty Good Privacy
RAS Remote Access Service
RDBMS Relational Database Management System
RSA Rivest, Shamir and Adelman Encryption Algorithm
SET Secure Electronic Transaction
SGML Standard Generalized Markup Language Vorgänger von HTML
SLIP Serial Line Internet Protocol
SMTP Simple Mail Transfer Protocol
SNA Systems Network Architecture
SQL Structured Query Language Standardsprache zur Formulierung von Abfragen in einer relationalen Datenbank
SSL Secure Sockets Layer Technik, mittels der ein W3-Client den Server authentifizieren kann und der Datenverkehr zwischen beiden verschlüsselt wird
TCP/IP Transmission Control Protocol/Internet Protocol
UN/EDIFACT United Nations/Electronic Data Interchange For Administration Commerce and Transport
URL Universal Resource Locator Standardisierte Zeichenkette, welche das Protokoll für den Zugriff auf Dokumente und deren Positionen im Internet beschreiben
VAN Value Added Network
VANS Value Added Network Service
W3, Web World Wide Web Weltweites, HTML-basierendes und Hypertext-verknüpftes Informationssystem im Internet
WAN Wide Area Network
X.400/X.435 OSI Message Handling Services

Tabelle 1 Glossar

 

Anhang

Open Buying on the Internet Standard - (www.obi.org)

Ziele von OBI

OBI ist ein offenes Framework für den Business-to-Business Ansatz auf dem Internet. OBI selber ist kein Produkt, sondern eine Spezifikation wie eine Business-to-Business Applikation unter Berücksichtigung aller Aspekte, wie Formate von Bestellungen und Rechnungen auszusehen haben und wie die Sicherheit der Kommunikation zwischen zwei Partnern zu gestalten ist. Die Interoperabilität von OBI konformen Applikationen gewährleistet, dass die Firmen nicht durch die Wahl von Produkten im EC eingeschränkt werden.

Innovation / Vergleich mit den Ergebnissen der Arbeit

Sämtliche, von einem Nachfrager benötigten Funktionalitäten für einen Kaufvorgang, die in der OBI Architektur definiert sind, sind durch den Prototyp zu dieser Arbeit abgedeckt. Siehe dazu Dokument ‘Prototyp’ [12] Kap. ‘Realisierte Funktionen’ und vergleiche mit der OBI Architektur Kapitel ‘Entities and Information Flow Within OBI’.

OBI Order Requests sind im EDI Data-Format. Würde im Prototyp der vEDI Konverter der Firma EDIFACT AG mit einem Konverter ausgetauscht, der die OBI Order Message generieren kann, wäre bereits ein Teil einer OBI Applikation mit innovativer Technik realisiert. Der Aufbau der OBI Order Message baut auf X.12 850 auf und ist wesentlich komplizierter als der doch recht einfache Aufbau der Büro-Fürrer Order Message. Dieser Sachverhalt würde eine wesentlich komplexere Funktion zur FlatFile-Generierung bedingen - am Konzept und Aufbau des Prototypes würde sich aber nichts ändern. Die EDI Message selber wird in base64 kodiert und anschliessend übermittelt, dies erlaubt es 8 Bit Zeichen für Namen und Adressen zu verwenden. Für die Übermittlung der EDI Messages wird die Kommunikationsstrecke mittels SSL in der Version 3.0 verschlüsselt, was für die Applikation transparent ist.

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